In dieser tunckel-braunen Nacht
Wo Furcht und Schrecken um mich wacht
Wo Leyd und Trauren mich umfangen
Frag’ ich Dianen wie vielmahl
Sie seit dem Anfang meiner Qual
Ihr gläntzend Silber ausgehangen.
Ich frage sie wie offt ihr Rad
Celinde deine schöne Stadt
Seit meinem Scheiden hat beschienen.
Wie offt der müden Augen Licht
Hat ihr erblaßtes Angesicht
Bißher zur Fackel müssen dienen.
Ich frage sie ob sie nicht weiß
Wie offt der heissen Thränen Schweiß
Hat meine Wangen übergossen.
Ich frage sie wo ist die Zeit
Da ich Celindens Höfligkeit
In süsser Gegenwart genossen.
Wo sind die schönen Stunden hin
Da ihre Freundschafft meinen Sinn
Mit klugen Reden hat vergnüget
Da wir doch sonder Feind zu seyn
O süsse Quelle meiner Pein!
Mit Wort und Karten offt gekrieget.
Wie bin ich izt so übel auff
Nun meiner Reise strenger Lauff
Von meinem Arzte mich vertrieben.
Der blosse Schatten findt sich hier
Der Geist das beste Theil von mir
Ist unvermerckt zurücke blieben.
Izt fühl ich erst was Scheiden sey
Mit was für Plag und Tiranney
Sich muß ein Hertz von Hertze trennen
Wo wahre Freundschafft fasset Grund
Und selbst die Seelen nicht der Mund
Allein von reinen Flammen brennen.
Ach Monden dupple deinen Gang
Mach uns die Monat nicht so lang
Biß das bestimmte Ziel erschienen
Und mich geneigter Sternen Schluß
Dem ich mich unterwerffen muß
Celinden wieder läst bedienen.