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1646–1699

Untitled

Hans Aßmann von Abschatz

Die Hoffnung welche sich kan nimmer ruhig wissen Die ists die unser Hertz in tausend Stücke theilt. Die Wunden welche sonst Gedult und Zeit verheilt Hat eitles Hoffen mehr als erstlich auffgerissen.

Im fall nicht Tantalus im Wasser müste stehen Im fall die Aepffel ihm nicht reichten an den Mund Da ihm doch Speiß und Tranck zu brauchen nicht ver- So würde seiner Qual ein grosser Theil entgehen.

Ihr die ihr Ruhe sucht in schwerer Angst und Leyden Wie sehr euch auch beschwert die aufferlegte Pein Im fall ihr mit der Zeit derselben loß wolt seyn So müsset ihr die Last der eitlen Hoffnung meiden.

Die Hoffnung fremdes Gutt und Ehre zu erlangen Schickt ein verwegnes Hertz auffs fichtne Wasser- Füllt die erzürnte See mit todten Leichen auß. Die Hoffnung macht das Garn mit reichem Raube pran-

Der Hoffnung pfleget sich Bellona zu bedienen Wenn sie das blancke Feld mit Menschen-Blutte nezt: Im fall die Hoffnung ihr ein langes Ziel gesezt Soll unbeweget stehn der Bau der Himmel-Büh-

Soll Wind und Wetter sich zu ihren Willen schicken Drum hoffe wahren Trost nur von der Hoffnung nicht: Je mehr du diese nährst ie mehr die Last wird drü-

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