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1646–1699

Untitled

Hans Aßmann von Abschatz

Wie lange wilt du noch mit deinen Sternen prangen? Wie lange soll mir noch der Mond verdrüßlich seyn? Zeuch bitt ich braune Nacht den tuncklen Schatten ein: Mich könt und wärestu ein Jahr nicht mehr verlangen.

Die welche meinen Geist vor langer Zeit gefangen Die welche mehr bezwingt um Hülff und Trost zu schreyn Als des Cupido Pfeil durch ihrer Augen Schein Soll mir zu einem Kuß erlauben ihre Wangen.

Hat sie nicht gestern mir beym Scheiden zugesagt Mit ihrer Marmol-Hand so bald es wieder tagt So soll ich meinen Wunsch von ihr erfüllet finden? Doch was verlier ich Zeit? Du weist von Gnade nicht:

Nacht ich geh ungesäumt zu meiner Roselinden: Ihr Auge machet dir zu Trotze Tag und Licht.

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