A-bschied ach du herbes Wort
Welches meinen Sinn bestreitet
Und an einen fremden Ort
Von Lisillens Schos mich leitet
Wie verhaßt ist mir die Zung
Auff der du geworden jung.
B-itter ist der Galle Safft
Bitter was aus Wermut quillet
Was der schwartzen Pillen Krafft
Myrrh und Aloe verhüllet;
Doch dein Scheiden bildt mir ein
Jenes müsse Zucker seyn.
S-chwer ists wenn der müde Geist
Sein gewöhnlich Hauß muß meiden
Wenn der Lebens-Faden reist
Und die besten Freunde scheiden
Scheiden von Lisillens Zier
Kommt mir gleich beschwerlich für.
C-inthius wenn er entzieht
Unsrer Welt die göldnen Blicke
Lässet alles was man sieht
Hinter sich betrübt zurücke;
Seht wie so in Trauren steht
Wenn Lisillens Sonn entgeht.
H-enckers Hände können nicht
Uber wenig Tage quälen:
Wer Lisillens sich entbricht
Kan der Pein kein Ende zählen:
Qual und Sorge frist ihn ab
Leben ist sein täglich Grab.
I-st gleich in der Todten-Zunfft
Der erblaßte Cörper kommen
Bleibt ihm doch die Wiederkunfft
Zu der Seelen unbenommen;
Ob Lisille mehr sieht mich
Wissen Glück und Zeit nicht ich.
D-och das Beste Lisilis
Wollen wir zusammen hoffen.
Wer weiß wo auff den Verdruß
Uns noch Glück und Heyl steht offen?
Gönne mir drauff einen Kuß
Eh ich dich verlassen muß.