Wer weiß das Element des Wassers zu entbehren? Es träncket kocht und heilt: Wenn heisser Sonnen Der Arbeit Last und Schweiß den Gliedern wehe thut So muß uns Labung diß und neue Krafft gewehren
Diß giebt der Speise Safft aus wie viel edlen Brunnen Kömmt krancker Glieder Heyl mit Bad und Tranck gerun- Diß nähret was uns nährt gewehrt auff unsre Tische Was ihm manch fremdes Volck vor Fleisch und Brod er-
Was selbst die Erde nicht in so viel Arten zehlt Zu unsrem Unterhalt und Uberfluß die Fische. Doch wollen wir den Nutz des Wassers recht ergründen Wird sich aus GOttes Wort noch bessre Probe finden:
Naemans Aussatz ward in Jordans Flutt geheilet Ein heilsam Wasser war in GOttes Volck bekandt Zur Reinigung gesprengt von Hohen-Priesters Hand. Von wem Betheßdens Teich am ersten ward ereilet
Wenn ihn von oben her des Engels Hand berühret Der hat sich aller Plag’ und Siechthums frey gespüret. Des Höchsten Wasser-Kunst ist höher noch gestiegen Die Bilder zeigten uns im Schatten Wercke dar
Was von des HErren Gunst für uns bereitet war Was in der Tauffe Brunn für Seelen-Schätze liegen Nun Christus GOttes Sohn das Wasser selbst geweyhet Und unsre Tauffe durch die seine benedeyet.
Wer weiß diß Sacrament des Wassers zu entbehren Des Wassers dem das Wort des Höchsten beygesellt Viel Wunder-Kräffte schenckt: Wir kommen auff die Welt Ohnmächtig uns der Macht der Raub-Fisch zu erwehren
Als Schleyen die im Koth der schnöden Erb-Schuld stecken Und die das Netze soll des Höllen-Fischers decken. Uns wird durch dieses Bad verneute Krafft gegeben Und Wachsthum in dem Geist uns macht die Quelle rein
Daß wir vom Sünden-Wust für GOtt gesaubert seyn Und nicht in Dienstbarkeit der Hölle dörfften kleben; Den Heil-Brunn gabst du mir O GOTT auch zu genies- Laß drauß beständigs Heyl und Segen auff mich fliessen.
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