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Sterben ist nicht Rosenbrechen

Hans Aßmann von Abschatz

Die betrübte Zeit bricht an Da die matten Kräffte schwinden Und der Geist die enge Bahn Zu der Himmels Ruh soll finden.

Laß die Welt von Großmutt sprechen: Sterben ist nicht Rosenbrechen. Bittre Wermutt saure Qual Ist der herbe Todes-Saamen:

Solche Kosten allzumahl Die von Adams Stamme kamen. Drum muß ich mit Seuffzen sprechen: Sterben ist nicht Rosenbrechen.

Leib und Seele trennen sich Aller Safft entgeht dem Hertzen Sünd und Reue drücken mich Bey viel tausend Angst und Schmertzen

Muß ich nicht mit Zittern sprechen: Sterben ist nicht Rosenbrechen. Die gewünschte Zeit bricht an Da die blassen Sorgen schwinden

Und der müde Lebens-Kahn Soll den sichern Hafen finden: Laß das Fleisch die Dornen stechen Sterbend muß man Rosen brechen.

Eine Rose blüht im Thal Sarons Blum in eignem Nahmen Diese leben allzumahl Die zu diesem Stocke kamen:

Wenn mein Mund vergist zu sprechen Will ich diese Rose brechen. Jesus der mein ander Ich Der mein Alles lebt im Hertzen

Sein Blutt labt und reinigt mich Wenn mich tausend Schulden schwärtzen Daß ich wohlgemutt kan sprechen: Sterbend muß man Rosen brechen.

Edle Blütte Davids Reiß Das ich sah am Oelberg liegen Kühle mich im Todes-Schweiß Labe mich in lezten Zügen

Ob des Todes Dörner stechen Laß mich Lebens-Rosen brechen!

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