Soll Celadon die stille Glutt
Denn sterbend unter einer Flutt
Von heissen Thränen sehn verglimmern?
Läst Celimene keinen Stral
Der Gütte nach so langer Qual
In sein getreues Hertze schimmern?
Es ist geraume Zeit dahin
Daß ich ihr Diener worden bin
Mann will mich nicht vor Sclav erkennen,
Man sieht die helle Flamme nicht:
Wenn Feuer aus den Augen bricht
Wie solte nicht das Hertze brennen!
Es brennet ja so viel es kan
Und zündt sich stets von neuem an
Von der erzürnten Augen Blitzen.
Der müste ja ein Demant seyn
Den der befunckten Lichter Schein
Nicht könt erweichen und durchhitzen.
Die Glutt die unser Hertz entsteckt
Wenn sie gleich Zorn und Unmutt deckt
Ist liebens werth und schön zu schätzen.
Ach wenn sie wolten freundlich seyn
Wie könten sie die schwere Pein
Mit überhäuffter Freud ersetzen!
Zwar hoffet solche süsse Gunst
Von Celimenen nur umsunst
Ein Hertze das verdammt zu leyden.
Sie glaubets nicht sie achtets nicht
Daß mich die heisse Sonne sticht
Biß ich mich werd in Asche kleiden.
Nur eine Sonne brennt den Mohr
Die dennoch offt den schwartzen Flor
Der Wolcken hengt für ihren Wagen:
Zwey Feuer sind zu viel! Wer kan
Zugleich wie ich bißher gethan
Die Schönheit und den Haß vertragen!
Doch wo hier kein Erbarmen gilt
So brenne ferner wie du wilt
Dein Celadon wird diß nicht achten
Er bleibet dir in stillem huld
Und wird mit freudiger Gedult
Von Celimenens Augen schmachten.