Skip to content
1672

Seestrand bey Terracina

Hans Aßmann von Abschatz

Hier wo die wilde Flutt mit stoltzen Wellen spielet Und Eurus seinen Grimm am nassen Ufer kühlet Wo Einsamkeit ist Wirth und Gast ein Wandersmann Der voller Furcht betritt die Schrecken-reiche Bahn

Schneidt seine treue Faust in Stein Den Nahmen meiner Liebsten ein. Es darff den Demant nicht der Böcke Blutt umschlüssen Noch scharff-gesäurter Wein den harten Fels begiessen

Kein zugespizter Stahl kein Hammer schwer von Last Kein Eisen Mulcibers wird in die Hand gefast Wo Amor einen Bau giebt an Der Neid und Zeit besitzen kan.

Getreuer Hertzen Blutt die Thränen reiner Seelen Sind mächtig ieden Stein und Felsen auszuhölen. Was dieser Eßig-Safft diß Scheide-Wasser nezt Wird durch Cupidens Pfeil als Meißel ausgeätzt:

Mit solchem schreibet meine Hand Diß edle Zeichen an den Strand. Du den der Reisen Lauff in diese Gegend führet Verehre solche Schrifft wie deiner Pflicht gebühret

Und hast du anders was aus reinem Hertzen lieb So wünsche daß der Hand die diese Worte schrieb: Lisille möge linder seyn Als dieser rauhe Felsen-Stein.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Seestrand bey Terracina · Hans Aßmann von Abschatz · Poetry Cove