Hier wo die wilde Flutt mit stoltzen Wellen spielet
Und Eurus seinen Grimm am nassen Ufer kühlet
Wo Einsamkeit ist Wirth und Gast ein Wandersmann
Der voller Furcht betritt die Schrecken-reiche Bahn
Schneidt seine treue Faust in Stein
Den Nahmen meiner Liebsten ein.
Es darff den Demant nicht der Böcke Blutt umschlüssen
Noch scharff-gesäurter Wein den harten Fels begiessen
Kein zugespizter Stahl kein Hammer schwer von Last
Kein Eisen Mulcibers wird in die Hand gefast
Wo Amor einen Bau giebt an
Der Neid und Zeit besitzen kan.
Getreuer Hertzen Blutt die Thränen reiner Seelen
Sind mächtig ieden Stein und Felsen auszuhölen.
Was dieser Eßig-Safft diß Scheide-Wasser nezt
Wird durch Cupidens Pfeil als Meißel ausgeätzt:
Mit solchem schreibet meine Hand
Diß edle Zeichen an den Strand.
Du den der Reisen Lauff in diese Gegend führet
Verehre solche Schrifft wie deiner Pflicht gebühret
Und hast du anders was aus reinem Hertzen lieb
So wünsche daß der Hand die diese Worte schrieb:
Lisille möge linder seyn
Als dieser rauhe Felsen-Stein.