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1646–1699

Seelen-Ermunterung.

Hans Aßmann von Abschatz

Seel Ewig es ist Zeit von hinnen zu gedencken Was klebst du an der Welt vergällter Eitelkeit Ihr bester Zeitvertreib ist ein Verderb der Zeit Sie kan dir nichts als Reu und Gall auff Honig schencken.

Seel Ewig es ist Zeit von hinnen zu gedencken. Seel Ewig es ist Zeit die Erde zu verachten! Was nützet dir bey GOtt der Erden-Götter Gunst? Die Hoheit dieser Welt ist Schatten Rauch und Dunst:

Wie muß der edle Geist bey Dienst der Ehr-Sucht schmach- Seel Ewig es ist Zeit die Erde zu verachten! Seel Ewig es ist Zeit was flüchtig ist zu fliehen Wie dein vergänglich Gutt so wächst der Sünden Zahl

Dein eigner Uberfluß versalzt dir offt die Wahl Mit Sorge für Verlust und Lust noch mehr zu ziehen Seel Ewig es ist Zeit was flüchtig ist zu fliehen. Seel Ewig es ist Zeit von hinnen zu gedencken

Gott mahnet dich hierzu durch manch Erinnern an Du siehest hörst und fühlst was dich bewegen kan Bey Zeiten Hertz und Fuß vom Eitlen abzulencken Seel Ewig es ist Zeit von hinnen zu gedencken.

Seel Ewig es ist Zeit von hinnen zu gedencken Die Jahre gehen hin die Kräffte lassen nach Wie bald wohl kömmt der Tag der dich ins Schlaff-Gemach Der kühlen Erde (GOtt gieb selig!) soll versencken

Seel Ewig es ist Zeit an Himmel zu gedencken.

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