Schau Wandersmann hier lieget deines gleichen
Zerbrechlich Thon und auffgeblaßner Koth
Leg einen Stein und schreibe drauff zum Zeichen:
Hier liegt der Preiß von allen Krügeln todt;
Doch könt es seyn so wünscht ich mich begraben
Wo so viel Krüg ihr edles Grabmahl haben.
Zwar bleibt mein Ruhm der Nachwelt unverholen
Mich baut aus Thon des klugen Töpffers Hand
Mein stoltzes Kleid war Purpur der Violen
Ich ward durch Glutt dem Golde gleich erkannt.
Wie offt hab ich der Frauen Mund geträncket
Und ihr den Safft der Ceres eingesencket.
Es neidten mich die edlen Porcellanen
Gold Silber Zinn trug Feindschafft gegen mir
Biß endlich sich nicht sonder ihr Ermahnen
Ein frecher Feind gewagt an meine Zier
Ich Aermstes must am Steffans Tage stertzen
Dieweil ich nicht mit Steinen konte schertzen.
Doch soll darum mein Nahme nicht erliegen;
Mein Bruder theilt Junonens Nectar aus;
Beym Wassermann werd ich die Stelle kriegen
Da schmückt mein Glantz das blaue Sternen-Hauß.
Ihr Krüge groß und klein lasst Thränen flüssen
Ihr werdet mir in kurtzen folgen müssen.