Ach wo soll ich Ruhe finden Für den Ohnmachts-vollen Geist? Wenn der Sonnen Glantz verreist Und des Tages Kräffte schwinden Eil ich zwar dem Lager zu
Doch wo findt das Hertze Ruh? Nach der rauhen Stürme Bellen Welche manches Schiff bekriegt Unter Furcht und Angst gewiegt
Eilt es bey gestillten Wellen Auff den sichren Hafen zu Wo findt meine Seele Ruh? Nimmt der lange Tag ein Ende
So hört auch der Arbeit Lauff Und das heisse Schwitzen auff Müde Rücken matte Hände Werden frey von ihrer Last:
Wo findt meine Seele Rast? Auff der Wolcken nasses Weinen Zeiget sich der Sonnen Licht; Wenn der kalte Winter bricht
Muß die Frühlings-Lust erscheinen Für mein trübes Hertz allein Will nicht Licht nicht Sonne seyn. Vogel nehmen unter Zweigen
Grüner Bäume sichern Stand Thiere streichen durch das Land Haben doch ihr Lager eigen Ruhen offt bey düstrer Nacht
Wenn mein feuchtes Auge wacht. Ob ich bey den eitlen Freuden Irrdsche Ruhe suchen will Fehl ich doch das rechte Ziel.
Lust wird mir zu Last und Leyden Was ich mich zu zwingen thu: Wo findt meine Seele Ruh? Nehm ich Zuflucht zu den Höhen
Dieser ungetreuen Welt Manches Fall-Bret ist gestellt Wo man sicher denckt zu stehen Gunst verschwindt in einem Nu;
Wo findt meine Seele Ruh? Herr des Himmels und der Erden Zeige mir die gutte Bahn Wo ich Ruhe finden kan
Wo ich sicher für Beschwerden Frey für Creutzes-Bangigkeit Schließ im Frieden meine Zeit. Unter deine Gnaden-Flügel
Berg ich mich und ruhe wohl; Wird das Hertz offt Traurens voll Laß ich ihm doch nicht den Zügel Bey dir findt die Seele Rast
Welche du geschaffen hast. Nun so last das Hertze puffen Last das Aug in Thränen stehn Und den Pulß mit Zittern gehn!
Mein Geist soll zum HErren ruffen Unter aller Angst und Noth Ruhet meine Seel in GOTT. Diß was Erde nicht kan geben
Was die Welt umsonst verspricht Mangelt mir bey GOtte nicht Trost und Hülffe Ruh’ und Leben Für das Völck das GOtt vertraut
Ist die Ruhstatt doch gebaut.
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