Nachdem das Lebens-Oel in heißer Glutt verzehret Und mein entmarckter Leib zu leben nicht begehret Fuß ich den lezten Schluß in wenig Zeilen ein Und soll die jüngste Bitt an meinen Herren seyn
Um mir erzeigter Lieb und treuen Dienste willen Was mein halb todter Geist begehret zu erfüllen. Der Seele: die bey mir seit ihrer ersten Flucht Die sechsmahl-zehnde Stell und Wohnung ihr gesucht
Die manches Helden Leib vor diesem hat belebet Die Wechsels-weiß um Thier und Menschen hat geschwebet Die bald ein munter Pferd bald ein gefürchtes Schwein Bald ein beherzter Bär und Lewe müssen seyn
Biß daß sie mit der Zeit in meinen Cörper kommen; Nun das Verhängnis ihr auch diesen Sitz genommen Nimmt sich kein ander Thier mit meinem Willen an Als Mavors eignes Kind ein kriegerischer Han
Der sich im Streit und Kampff nach meinen Sitten übet Und muntre Wachsamkeit vor saule Ruhe liebet. Mein treues Hertze schreibt die wahre Danckbarkeit Dem werthen Herren zu bey dem ich meine Zeit
Vergnügend zugebracht. Das Fell will ich bescheiden Nach jenes Kämpffers Art die Drummel zu bekleiden Die wider meine Feind in steten Krieg soll ziehn Vor der ein feindlich Heer der Katzen soll entfliehn.
Die weiche Lager-Statt des Herren milde Gaben Soll Vetter Goliath als Erb und Nachfahr haben Dem der den müden Geist der schweren Last entbindt Bleibt als ein Eigenthum mein lezter Leibes-Wind.
Den hinterlassnen Rest der abgelebten Glieder Leg eines Freundes Hand ins Grab fein sanffte nieder Und wo mein treuer Dienst so viel erworben hat So decke mich manch Myrth- und Oel- und Pappel-Blat.
So wird mich Cerberus mit vollem Hals empfahen Wenn sich mein Schatten wird zu seiner Hütte nahen So werd ich Hecatens Gefert und Diener seyn Und sich der Ewigkeit mein Nahme schreiben ein
Den ich mit eignem Blutt in diese Zeilen ätze Und daß man selbe nicht vor unvollkommen schätze So zeuge wer du diß Papir mit Augen siehst Daß drauff mein lezter Will und Schluß verfasset ist.
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