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Reise hinter Neaples

Hans Aßmann von Abschatz

Soll hier ein Helicon voll Lorbeer-Zweige prangen Wo nichts als dürre Stein und rauhe Felsen sind Wo den Cypressen-Baum der Dornstrauch hält umfangen Und Clio einen Krantz von Todten-Eppig bindt.

Wo statt der Sonne Nacht und Finsternis regieren Die viel-beschlangte Schaar der Musen Ort vertritt Den Wagen der Vernunfft ein Kind und Blinder führen Furcht Zweiffel Lieb und Haß in einem Hertzen wütt?

Die Erde Lybiens der Mohren heißes Land Kocht von der Sonne nicht wie mein verbranntes Hertze: Puzolens gelber Berg Vesevens todter Sand In dessen Abgrund brennt so manche Schwefel-Kertze

Ist Schnee und Eiß bey mir. Soll Aganippe fliessen Wo sich Lovitus Flutt Avernus trüber See Der todten Hoffnung Meer in Thränen-Bäch ergiessen Und scharffe Nesseln stehn für angenehmen Klee

Um die das nasse Saltz mit seinen Wellen spielet? Geht hin ihr Musen geht sucht andern Auffenthalt. Hier sind die Quellen nicht wo seine Hitze kühlet Ein Tichter angeflammt von himmlischer Gewalt.

Hier ist ein trocknes Bad darinn mein matter Geist Verschwitzet seine Krafft; mein Saltz mein schlechtes Wissen Wird durch ein zweyfach Thor der Augen ausgeweist: Was übrig sey könt ihr aus diesem Saffte schlüssen.

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