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Oster-Gedancken

Hans Aßmann von Abschatz

Last uns mit den frommen Frauen Nun der frühe Tag anbricht Für erwachtem Sonnen-Licht Zu des Herren Grabe schauen.

Last uns Salb' und Specerey Seinem Cörper bringen bey. Seht Aurorens Röth auffsteigen Und der helle Morgen-Stern

Wird uns selbst den Weg zum Herrn Durch den kühlen Thau anzeigen. Aber ach! der schwere Stein Kömmt mir unterwegens ein.

Kan ich mit dem Stein der Sünden Der mir auff dem Rücken liegt Tausend Centner überwiegt Mich zur heilgen Stätte finden?

Wo treff ich den Simson an Der den Stein abweltzen kan? Unverzagt! dir ist gerathen Der den du besuchen wilt

Hat den Kummer schon gestillt: Seine Treu kömmt dir zu statten Hebt den Stein für sich und dich Und nimmt deine Last auff sich.

Mag ihn Sünd und Tod nicht zwingen Hält ihn nicht der Höllen Klufft Kan er sich durch Stein und Grufft Lebend in die Höhe schwingen

So wird auch kein Sünden-Stein Ihm bey dir zu mächtig seyn. Schau das leere Grab ist offen Wo dein liebster Heyland lag

Nun hast du den Oster-Tag Froher Seligkeit zu hoffen Und durchs kühle Schlaff-Gemach Folgst du ihm in Himmel nach.

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