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[Nun werff ich ab das Joch der stillen Einsamkeit]

Hans Aßmann von Abschatz

Nun werff ich ab das Joch der stillen Einsamkeit Und suche mehr vergnügt zu schlüssen meine Zeit; Der falschen Freyheit Schein Soll über meine Sinnen

Die selber herrschen können Nicht mehr Tyranne seyn. Wer unverehligt lebt nennt sein Gemütte frey: Urtheilet wer von uns doch mehr gebunden sey!

Mich hat mein freyer Schluß Zu einer Wahl verbunden Um die er alle Stunden In Sorgen stehen muß.

Was er verlieren will hebt er mit Sorgen auff Erwartet offtermahls dafür den schlechtsten Kauff: Er weiß nicht was er kriegt Denckt iedes sey das Seine;

Ich habe schon das Meine Und bin damit vergnügt. Jedweder Gegenstand ist seiner Liebe Ziel Er muß ein Sclave seyn wo er nicht herrschen will:

Ich lebe wo ich lieb Und liebe wo ich lebe; Was ich empfang und gebe Ist freyer Sinnen Trieb.

Die Augen aller Welt sind auff ihn zugericht; Seht wie ihm jederman ein scharffes Untheil spricht. Bald lebet er zu frey Bald will man übel deuten

Daß er zu stoltz bey Leuten Zu blöd und traurig sey. Was bringt ihm nicht für Furcht der heißen Liebe Macht Wenn manch Lieb-reitzend Blick nach seiner Freyheit tracht

Wenn manche Venus ihn An der ihm nichts gelegen Auff unbekandten Wegen Will in ihr Netze ziehn!

Löscht wohl der Seelen Brand ein abgestohlner Kuß Wenn man für Augen sieht der andern Uberfluß Wenn andre nehmen ein Mit ungezählten Zahlen

Was uns zu vielen mahlen Muß abgeschlagen seyn? Der Ehre Rauch verfliegt ein Zufall raubt das Gutt Die Wissenschafft verführt das Alter schwächt den Mutt

Der Freundschafft Glutt wird Eyß Darvon man offt die Asche Bey ausgeleerter Tasche Nicht mehr zu finden weiß.

Was reine Brunst verknüpfft das bleibt unauffgelöst Durch dieses werden wir erfreuet und getröst: Getreue Liebe steht Wenn wir von hinnen müssen

Und unter unsern Füssen Die Welt zu Drümmern geht. Drum sag ich gutte Nacht der bangen Einsamkeit Und suche mehr vergnügt zu schlüssen meine Zeit

Der Freyheit danck ich ab Und will sie izt verschlüssen In dieser sanfften Küssen Gewünschtes Feder-Grab.

Ihr Nimphen lebet wohl und denckt nicht mehr an mich! Wem gutts zu rathen steht der mach es so wie ich! Du angenehmer Tod Der Freyheit sey willkommen!

Wer dich in Arm genommen Empfindet keine Noth.

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