Der beglänzte Mond erbleichet Von der nahen Sonne Pracht Aller Sternen Heer entweichet Mit der hingelegten Nacht:
Auff mein Hertz und laß der Sünden Finsterniß und Schlaff dahinden. Den gewölbten Himmels-Bogen Den Saffirnen Wunder-Bau
Hielt die dunckle Nacht umzogen Die geraume Sternen-Au Hegte zu des Höchsten Ruhme Manche Licht- und Feuer-Blume.
Ihre Zier muß nun erblassen Ihr entlehnter Glantz stirbt hin; So muß auch der Mensch verlassen Ehre Wollust und Gewinn:
Mühe dich das Licht zu finden Das zu keiner Zeit kan schwinden. Muß die Welt die Sternen missen Und ohn alle Lichter stehn
Eh sie kan die Sonne grüssen Also pflegt es uns zu gehn Daß wir durch des Todes Schatten Erst zur Ewigkeit gerathen.
Folgt der schnöden Eitelkeiten Wandelbarer Mond der Nacht Weist sich doch zur andern Seiten Des verjüngten Tages Pracht;
Ach daß diese Morgen-Röthe Deiner Sünden-Nacht ertödte! Schau das Gold der Sonne gläntzen Und am Himmel steigen auff
Da es in gewissen Gräntzen Muß vollführen seinen Lauff; Laß die Menge solcher Wunder Seyn der todten Andacht Zunder.
Sieh die Perlen-Thränen thauen Zu erquicken Laub und Graß Wo du deiner Wangen Auen Machst in wahrer Busse naß
Wird sich Gottes Gnad eräugen Himmel-Schlüssel bey dir zeugen. Dencke wie ohn alles Weinen Ohne Nacht und Tunckelheit
Wird die Lebens Sonne scheinen In der frohen Ewigkeit Da du mit verklärtem Hertzen Gleichen wirst den Himmels-Kertzen.
Auff! und schwinge dich bey Zeiten Gleich den Vogeln Himmel an Eine Stelle zu bereiten Die dich ewig bergen kan:
Da du kanst in Ruhe stehen Wenn die Welt muß untergehen. Ubersteig die Sternen-Bühne Suche dir ein heller Licht
Wünsch ach daß der Tag erschiene Der die Welt in Stücke bricht Daß mein Licht mein Jesus käme Und mich ewig zu sich nehme!
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