Der unglückselge Mensch kan kaum die Welt begrüssen
Daß nicht ein Thränen-Fluß eh das noch schwache Licht
Den hellen Tag erkennt aus seinen Augen bricht:
Wird frey und lässet sich in neue Bande schlüssen.
Ist er der zarten Milch und ersten Speiß entrissen
So fässelt seinen Mutt der Zucht gezwungne Pflicht
Befreyet ihn die Zeit wie muß sein Hertze nicht
Sich lebend offt und tod von Glück und Liebe wissen!
Was hat er denn für Sorg' und Kummer auszustehn
Was muß ihm nicht für Schmertz und Leid zu handen gehn
Biß er gebückt und matt ergreifft den schwachen Stab.
Zulezt entflieht der Geist der Leib wird hingetragen
So plötzlich daß ich muß mit tieffem Seuffzen sagen:
Wie nahe grentzen doch die Wieg' und unser Grab.