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1646–1699

Jagt der Liebe.

Hans Aßmann von Abschatz

Indem du gehest nach durch Feld und Wald den Thieren Schau ich ob ich ein Wild der Venus fangen kan. Du redest offt was stumm und ich was taub ist an Du läst die Grausamkeit ich kühne Freyheit spüren.

Du läst dich einen Hirsch durch Berg und Thäler führen Mich bringt ein schönes Bild auff unbekannte Bahn. Du setzest Strick und Netz ich Wort und Reden dran Wir müssen beyderseits offt Müh und Zeit verlieren.

Wir fragen beyde nichts nach Regen oder Wind Und wie dich offtermahls die falsche Spur betriegt So werd’ in eitler Furcht und Hoffnung ich gewiegt. Nur diß ist noch in dem wir unterschieden sind:

Du hast der Mühe Lohn zuweilen schon empfangen Mir aber ist bißher kein Wild noch eingegangen.

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