Nun klingen alle Wälder Vieh Menschen Städt und Felder Sind von dem Schlaff erwacht Mein Hertze laß dich hören
Sey deinem GOTT zu Ehren Auff einen Lob-Gesang bedacht. Den schönen Himmel mahlen Der Morgen-Röthe Strahlen
Mit neuen Farben aus: Laß deiner schwartzen Sünden Betrübte Nacht dahinden Und schmücke deiner Seelen-Hauß.
Der Mond ist abgegangen Man sieht von Osten prangen Der Sonne göldnen Schein Mein JESUS meine Wonne
Soll meines Hertzens Sonne Das Auge meiner Seele seyn. Der Leib entsagt der Ruhe Ergreiffet Rock und Schuhe
Der armen Blösse Kleid; Umgürte deine Lenden Und nimm aus JESU Händen Die Kleider der Gerechtigkeit.
Du siehest wie ein ieder Die ausgeruhten Glieder Zu ihrer Arbeit weist So will dir auch gebühren
Mit Freuden auszuführen Was Christenthum und Pflicht dich heist. Das Auge sey gewendet Zu dem der Hülffe sendet
Wenn Nacht und Noth bricht ein Beschaue seine Wercke Und laß sie Trieb und Stärcke Zu neu-entflammter Andacht seyn.
Die Stimme sey erhoben Mit Danck und Preiß zu loben Den Schutz vergangner Nacht Die Hand bereit zu heben
Und Christlich auszugeben Was Fleiß und Segen eingebracht. Der Höchste wird indessen Das Seine nicht vergessen
Und dir zur Seite stehn Daß du nach Noth ergötzet Durch keine Noth verletzet Ihm danckend wirst zur Ruhe gehn.
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