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1646–1699

Himmel-Schlüssel oder Geistliche Gedichte.

Hans Aßmann von Abschatz

Die Nacht tritt nunmehr ein die mich ans Licht gebracht Ein Jahr von meiner Zeit ist wiederum verschwunden Wie bald verflügen sich des Lebens kurtze Stunden Die uns doch manche Noth so lang und bitter macht!

Ich habe manchen Tag und manche Nacht gewacht Betrübniß Kummer Sorg’ und Mühe gnug empfunden: Die mich ohn Unterlaß zum Trauren angebunden Und dennoch zehl ich nun des Jahres lezte Nacht.

Des Höchsten Gunst hat mir verkürtzet solche Zeit Die auffgelegte Last auch selber helffen tragen Durch Zeichen seiner Huld versüsset alle Plagen Was aber hab ich ihm erzeigt vor Danckbarkeit?

Der enge Lebens-Rest ist viel zu kurtz darzu Was ich bißher versäumt gebührlich einzubringen. Herr hilff mir bald dahin wo tausend Engel singen Damit ich meiner Pflicht ein volles Gnügen thu.

Indessen weil ich hier noch Stunden zählen soll So laß mich solche Zeit zu deinem Dienst anwenden; Die Seele forder dann zu deinen sichern Händen Und laß den müden Leib im Grabe ruhen wohl.

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