Vier Creutze sind vorbey das fünffte soll ich schliessen
Ich muß nun abermahl auff Rechnung seyn befliessen
Erweg ich den Verlust betracht ich den Gewinn
So find sich daß ich viel und nichts gebessert bin.
Gott gab mir manche Gunst und Wohlthat zu genüssen
Doch muß ich sonst dabey am Creutzes-Joche ziehn
Beschwerden nehmen zu die beste Zeit geht hin
Ich lebe wie zuvor bebürde mein Gewissen
Der Bund mit GOtt gemacht wird offtermahls zerrissen
Ich hege was ich offt am meisten solte fliehn
Lust Eyfer Ungedult und eiteles Bemühn;
Was kan hieraus als Furcht und Sorg’ und Leyd entsprissen
Darvon zu mancher Zeit mein Hertze ward gebissen.
Hilff Höchster daß ich dir ins künfftig besser dien
Erweich ein Hertz aus Stein erneure Geist und Sinn
Soll ich im fünfften Creutz mein Creutz und Leben schlüssen
Laß deiner Gnaden Thau auff meine Seele flüssen.
Dein Leyden sey mein Trost dein Sterben mein Gewinn
Gieb daß ich ewiglich dein Kind und bey dir bin.