Der erblaßte Monden ziehet
Sein geschwächtes Silber ein
Und der Sternen Heer entfliehet
Vor der Sonne nahem Schein
Auff mein Hertz und laß der Sünden
Trübe Nacht bey dir verschwinden.
Schau wie Lerch und Nachtigallen
Die man früher hört als sieht
Gott zu Ehren lassen schallen
Ein erfreutes Morgen-Lied
Folge nach mein Hertz und finge
Gott dem Schöpffer aller Dinge.
Herrscher über Tod und Leben
Meister über Nacht und Tag
Dir muß billich Ehre geben
Was nur Athem ziehen mag
Und dich seine Pflicht zu weisen
Mit den Morgen-Sternen preisen.
Himmels-Fürst und Erden-König
Grosser HERR der Herrligkeit
Meine Zung’ ist viel zu wenig
Daß sie deinen Ruhm ausbreit
Aber laß dir doch das Lallen
Deines Kindes wohl gefallen.
Daß ich deiner Sonne Blincken
Und des hellen Tages Zier
Daß ich deiner Sternen Wincken
Und diß gantze Welt-Refier
Deiner Wercke voll gesehen
Ist durch deine Macht geschehen.
Daß ich mit gesundem Leibe
Frölich Athem schöpffen kan
Und in meinem Stande treibe
Was mir ist befohlen an
Daß ich Kleid und Nahrung habe
Nenn ich billich deine Gabe.
Daß ich freudig im Gewissen
Frey von Sünd und Höllen Noth
Auff dein theures Blutvergiessen
Geh durch Sorge Schmertz und Tod.
Daß ich ewig dich soll sehen
Ist und wird durch dich geschehen.
Fahre fort mich so zu pflegen
Halt mich unter deiner Hutt
Kröne mich mit deinem Segen
Gieb was hier und ewig gutt
So soll dir mit Engel-Zungen
Werden Lob und Danck gesungen.