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1646–1699

Himmel-Schlüssel oder Geistliche Gedichte.

Hans Aßmann von Abschatz

Dieser Tag ist nun zum Ende Braunen Schattens tunckler Flor Hüllt sich um des Himmels Wände Birgt der muntern Sternen-Chor

Trübe Nacht und düstres Schrecken Will den Kreiß der Erde decken. Dunst und Thau umzieht die Felder Die man itzo ledig spürt

Winde spielen durch die Wälder Deren Haubt sich zitternd rührt; Thiere ruhen Menschen schweigen Biß die Sonn ihr Licht wird zeigen.

Schwartz und finster sind die Thaten Die ich diesen Tag gehegt Ich bin aus der Bahn gerathen Welche zu dem Himmel trägt

Darum fühl ich auch im Hertzen Reu und Furcht und bange Schmertzen. Stechen heisser Sonnen Blicke Gottes Zorn sticht noch so sehr

Traurt man wenn der Himmel dicke Wenn GOtt wittert noch vielmehr Besser ists als im Gewissen Seine Gunst den Tag vermissen.

Adam muß das Feuer fühlen Welches seine Blösse brennt Doch da sich der Tag will kühlen Wird das Hertzeleid gewendt

Gottes Ruff sein Thau der Gütte Labt sein schmachtendes Gemütte. Ruffe mich O GOtt desgleichen Doch in Gnaden izt zu dir

Muß ich schon für Furcht erbleichen Weil nichts guttes wohnt in mir Tilgt doch dieser mein Verbrechen Der sich ließ die Schlange stechen.

Ob mich Grab und Hölle schrecket Und die Todes-Nacht mir dräut Meine Fehler sind bedecket Durch des reinen Lammes Kleid

Unter Nacht und Finsternissen Kan ich Licht im Hertzen wissen. Laß die Decke meiner Sünden Die mein Hertz umnebelt hat

Mit der finstern Nacht verschwinden Segne meine Lagerstatt Daß ich mit verneuten Sinnen Morgen kan dein Lob beginnen.

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