Dieser Tag ist nun zum Ende
Braunen Schattens tunckler Flor
Hüllt sich um des Himmels Wände
Birgt der muntern Sternen-Chor
Trübe Nacht und düstres Schrecken
Will den Kreiß der Erde decken.
Dunst und Thau umzieht die Felder
Die man itzo ledig spürt
Winde spielen durch die Wälder
Deren Haubt sich zitternd rührt;
Thiere ruhen Menschen schweigen
Biß die Sonn ihr Licht wird zeigen.
Schwartz und finster sind die Thaten
Die ich diesen Tag gehegt
Ich bin aus der Bahn gerathen
Welche zu dem Himmel trägt
Darum fühl ich auch im Hertzen
Reu und Furcht und bange Schmertzen.
Stechen heisser Sonnen Blicke
Gottes Zorn sticht noch so sehr
Traurt man wenn der Himmel dicke
Wenn GOtt wittert noch vielmehr
Besser ists als im Gewissen
Seine Gunst den Tag vermissen.
Adam muß das Feuer fühlen
Welches seine Blösse brennt
Doch da sich der Tag will kühlen
Wird das Hertzeleid gewendt
Gottes Ruff sein Thau der Gütte
Labt sein schmachtendes Gemütte.
Ruffe mich O GOtt desgleichen
Doch in Gnaden izt zu dir
Muß ich schon für Furcht erbleichen
Weil nichts guttes wohnt in mir
Tilgt doch dieser mein Verbrechen
Der sich ließ die Schlange stechen.
Ob mich Grab und Hölle schrecket
Und die Todes-Nacht mir dräut
Meine Fehler sind bedecket
Durch des reinen Lammes Kleid
Unter Nacht und Finsternissen
Kan ich Licht im Hertzen wissen.
Laß die Decke meiner Sünden
Die mein Hertz umnebelt hat
Mit der finstern Nacht verschwinden
Segne meine Lagerstatt
Daß ich mit verneuten Sinnen
Morgen kan dein Lob beginnen.