Ihr die die harte Last der schweren Sünde drückt Die ihr mit Hertzens-Angst mühselig seyd beladen Kommt spricht der HErr kommt her zum Tische meiner Gna- den
So werdet ihr mit Trost und Hülffe seyn erquickt Die Seele wird euch rein das Hertze leicht gemacht Das Brod das ich euch will zur süssen Speise schencken Ist mein selbst eigner Leib vor eure Schuld geschlacht
Der Tranck damit ich will die matten Glieder träncken Ist mein selbst eignes Blutt am hohen Creutz-Altar Vor eure Missethat geopffert und vergossen. O JEsu was du sagst ist ohngezweifelt wahr
Die Worte welche selbst aus deinem Munde flossen Sind ohne Widerstreit. Wie schwach ich immer bin Wie sehr sich die Vernunfft dir will entgegen setzen So will ich solche doch in keinen Zweifel ziehn
Vor Wercke deiner Gnad und deiner Allmacht schätzen. Ich fasse sie mit Lust von deinen Lippen auff Und lasse sie erfreut durch Marck und Seele dringen. Ich eil O HErr zu dir doch hemmen meinen Lauff
Die Sünden welche mich zum öfftern Falle zwingen Die überhäuffte Schuld so mein Gewissen nagt Spricht daß ich deiner Gunst ohnwürdig sey zu achten Macht daß ich mich zu dir zu finden bin verzagt
Und mein betrübter Geist von Aengsten will verschmachten. Und dennoch wiltu HErr ich soll mich finden ein Auff deine Güttigkeit vertrösten mein Gewissen Und offtermahls ein Gast bey deiner Taffel seyn
Im fall ich deiner Gnad und Gütter will genüssen Dein Göttlich Himmel-Brod soll meinen schwachen Geist Mit höchster Süßigkeit zum ewgen Leben stärcken. Ach HErr wer bin ich doch dem du so viel verheißt
Wie hab ich diß verdient mit meinen schnöden Wercken! Ihr die die harte Last der schweren Sünde drückt Die ihr mit Hertzens-Angst mühselig seyd beladen Kommt sagstu her zu mir zum Tische meiner Gnaden
So werdet ihr mit Trost und Hülffe seyn erquickt Die Seele wird euch rein das Hertze leicht gemacht O süsse Liebes-Wort! O Worte voller Leben! Ein armer Sünder wird an deine Taffel bracht
Du wilt ihm selber dich zur edlen Speise geben. Du hast es HErr gesagt: daran begnüget mir Ob dich die Engel gleich mit höchster Ehr-Furcht schauen Ob die Gerechten gleich mit Schrecken nahn zu dir
So kan ich Sünder doch auff deine Worte trauen Und zu dir treren hin HErr nimm mich gnädig an Und weil ich nicht genung mit vorgenommner Reue Die auff geladne Schuld vor dir beweinen kan
Aus Sünden-voller Art mich dannenher mit Scheue Vor dir befinden muß und deiner hohen Gunst O Gnadenreicher HErr nur leyder! ohnwerth nennen; Erwecke du in mir der wahren Busse Brunst
Und laß mein kaltes Hertz in wahrer And acht brennen. Reiß was noch weltlich ist von meinen Sinnen aus Und laß mich würdiglich zu deiner Taffel gehen Und wenn gereinigt ist der Seelen edles Hauß
So laß es dir allein zur Wohnung offen stehen!
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