JeSU deine Taffel fliehn
Ist die Lebens-Quelle meiden
Solche nicht recht unterscheiden
Ist sich ins Gerichte ziehn
Ohn dich muß die Seele schmachten
Und vergehn ohn Recht betrachten.
Schau ich deine Hoheit an
Und wie niedrig ich zu schätzen
So umgiebt mich ein Entsetzen
Das ich kaum begreiffen kan
Mitten stehn die schwachen Sinnen
Unter Furcht und Hoffnung innen.
HeRR erleuchte meinen Geist
Durch die Strahlen deiner Gnade
Daß ich nicht auffs Hertze lade
Was mich ins Verderben reist
Auch mich des nicht mag verzeihen
Was zum Heyl mir soll gedeyen.
Nimmer werd’ ich würdig seyn
(wenn du mich nicht selbst bereitest
Furcht und böse Lust bestreitest )
Dich zu mir zu nehmen ein;
Ich muß in des Todes Schatten
Dein ohn deine Hülff’ entrathen.
Doch rufft mich dein Wort zu dir
Du heist alle zu dir kommen
Die mit Schuld sich übernommen
Dieses sagst du auch zu mir.
Gleiche Schuld und gleiches Ruffen
Läst mich gleich Erbarmnis hoffen.
Schick mich aber selber zu
Wie du mich bereit wilt haben
Schencke mir die gutten Gaben
Weil ich selbst nichts Guttes thu
Reu und Glauben Krafft und Willen
Dein Wort besser zu erfüllen.
Laß mich einen Spiegel seyn
Der dein reines Bildnis fassen
Und in sich mag würcken lassen
Deiner Sonne Gnaden-Schein
Daß ich deine Glutt empfinde
Mich zu neuer Lieb’ entzünde.