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1646–1699

Himmel-Schlüssel oder Geistliche Gedichte.

Hans Aßmann von Abschatz

Wohl dem der nicht im Rath der Ungerechten wandelt Der nicht der Sünder Weg der Spötter Stul berührt Der GOttes Wort mit Lust und reinem Hertzen handelt Und sein Gesetze Tag und Nacht im Munde führt.

Der grünet wie ein Baum gepflantzet an den Bächen Der seine Früchte bringt zu ausgesezter Zeit. Kein rauher Wind noch Herbst kan seine Blätter schwächen Was er beginnt geräth und was er wünscht gedeyt.

So gehts den Leuten nicht die sich vor GOtt nicht scheuen Der Grund auff dem sie stehn ist ungewisser Sand Sie lassen sich wie Spreu und Staub durch Wind verstreuen; Was Gold und Eisen hieß wird Koth und Wachs erkandt

Drum kan der Falschen Sinn nicht bleiben im Gerichte Noch wer gesündigt hat bey reiner Schaar bestehn; Denn auff der Frommen Weg scheint GOttes Angesichte Wenn böser Leute Pfad mit Schanden muß vergehn.

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