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1646–1699

Himmel-Schlüssel oder Geistliche Gedichte.

Hans Aßmann von Abschatz

Wir kommen auff die Welt befleckt Mit schnöder Erb-Seuch’ angesteckt Und hegen des Verderbens Samen: Doch ist zu unsrer Reinigkeit

Ein heilsam Wasser-Bad bereit: Diß brauchen wir auff GOttes Nahmen. Des Vatern Gnade zum Gewinst Des Sohnes blutiges Verdienst

Des reinen Geistes Ob-uns-schweben (gleichwie er sich der ersten Welt Nach Mosis Zeugnis fürgestellt ) Wird uns durch diesen Bund gegeben.

Vernunfft die thörichte steht an Wie Wasser so viel würcken kan Ich geb’ ihr aber zum Bescheide: Daß GOttes Wort und Krafft mit Flutt

Verknüpfft so grosse Wunder thut Der Glaube traut und sieht auff beyde. Diß Wasser soll ein Denck-Mahl seyn Uns iederzeit zu halten rein

Die Adams-Lüste zu ersäuffen Damit ein neuer Mensch entsteh Und in desselben Wegen geh Der sich am Jordan selbst ließ täuffen.

Diß Heyl-Bad hat mich auch genezt Und in des Höchsten Huld gesezt Gantz fest in seinen Bund geschlossen. Gott Vater Sohn und Geist verleih

Damit ich bleib und ewig sey Gezählt zu deinen Reichs-Genossen.

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