Wir kommen auff die Welt befleckt
Mit schnöder Erb-Seuch’ angesteckt
Und hegen des Verderbens Samen:
Doch ist zu unsrer Reinigkeit
Ein heilsam Wasser-Bad bereit:
Diß brauchen wir auff GOttes Nahmen.
Des Vatern Gnade zum Gewinst
Des Sohnes blutiges Verdienst
Des reinen Geistes Ob-uns-schweben
(gleichwie er sich der ersten Welt
Nach Mosis Zeugnis fürgestellt )
Wird uns durch diesen Bund gegeben.
Vernunfft die thörichte steht an
Wie Wasser so viel würcken kan
Ich geb’ ihr aber zum Bescheide:
Daß GOttes Wort und Krafft mit Flutt
Verknüpfft so grosse Wunder thut
Der Glaube traut und sieht auff beyde.
Diß Wasser soll ein Denck-Mahl seyn
Uns iederzeit zu halten rein
Die Adams-Lüste zu ersäuffen
Damit ein neuer Mensch entsteh
Und in desselben Wegen geh
Der sich am Jordan selbst ließ täuffen.
Diß Heyl-Bad hat mich auch genezt
Und in des Höchsten Huld gesezt
Gantz fest in seinen Bund geschlossen.
Gott Vater Sohn und Geist verleih
Damit ich bleib und ewig sey
Gezählt zu deinen Reichs-Genossen.