HeRR der du zählest unsre Tage Den Tod und Leben Meister heist Von welchem ich zu Lehen trage Die edlen Gütter Leib und Geist
Schau dein getreuer Unterthan Giebt sich in Demutt bey dir an. Ich war der Lehn verlustig worden Durch angeerbter Boßheit Schuld
Ich mehrte der Verdammten Orden Der Tod war meiner Dienste Sold Mein stoltzes Schloß mein Ritter-Sitz Der Höllen Schlamm und Schwesel-Pfütz.
Ach GOtt wie kräfftig kanst du lieben! Dein Sohn macht alles vor mich gutt Es wird in Holtz und Stein geschrieben Versiegelt durch sein theures Blutt
Daß ich aus Gnaden und umsunst Soll seyn ein Erbe deiner Gunst. Ich soll dir Pflicht und Treue schweren Doch weil mein Alter dieses nicht
Mit eignem Munde kan gewähren Wird ein Gedenck-Brieff auffgericht. Der Tauffe Zeugnis machet kund Den zwischen uns getroffnen Bund.
Ich habe drauff bißher genossen Die Gaben deiner milden Hand Die Minder-Jahre sind verflossen: Ich baue zwar ein fremdes Land
Doch dieses auch mein GOtt ist dein Die Pflicht soll abgeleget seyn: Nimm an diß Opffer meiner Hände Daß ich dein unverdienter Knecht
Zu deiner hohen Wohnung sende Sind die unnützen Dienste schlecht So weiß ich doch daß deine Gnad O milder HErr kein Ende hat.
Verzeihe durch dein Blutt verzeihe Wo ich von Fleisch und Welt verführt Mißbrauche deiner Lieb und Treue Verübe was mir nicht gebührt
Und wie nur leider! offt geschicht Stell in Vergessen meine Pflicht. Bestärcke gnädig mein Verlangen Mein schwacher Wille steht dahin
Ein neues Leben anzufangen Und wenn ich mein selbst eigen bin Nicht mir nicht schnöder Welt so wohl Als dir zu dienen wie ich soll.
Laß mich die Wacht der Engel führen Wohin mich meine Reise trägt Im Vaterland und hier verspüren Wie GOttes Hand zu schützen pflegt
Und unser aller Wohlgedeyn Die Meinigen samt mir erfreun. Ich rühm und ehre deine Gütte So lang’ ein Athem lebt in mir
Und wenn die Seel aus ihrer Hütte Nach deinem Willen reist zu dir So soll mein Mund in Ewigkeit Dein Lob zu singen seyn bereit.
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