Fünff Sinnen geben sich uns itzund anzuschauen:
Wie aber sollen wir dieselben theilen ein?
Daß wir nicht stossen an bey Fräulein oder Frauen
So wird des Wirthes Rath darzu vonnöthen seyn.
Zwar zeigt sich das Gesicht in hold-beflammten Blicken
Und frisches Feuer ist der Fräulein Eigenthum;
Doch will sich noch ein Sinn zu ihrer Anmutt schicken.
Wo schöne Blumen blühn hat der Geruch den Ruhm.
Der Wirthin Höfligkeit will man sich selbst entdecken
Ob ihr von jedem Sinn ein sonders Lob gebührt
Daß sie es diesen Tag am meisten sucht vom Schmecken
Indem sie uns zum Glaß und gutter Speise führt.
Wo hoher Tugend Preiß mit vollem Glantze spielet
Erschallet auch der Klang darvon mit hellem Thon.
Wenn Auge Ruch Geschmack und Ohr Vergnügung fühlet
So bleibt noch über diß der fünffte Sinn mein Lohn.