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[Freue dich/ bekränckte Seele]

Hans Aßmann von Abschatz

Freue dich bekränckte Seele Die gewünschte Zeit ist hier Da du aus der finstern Höle Deines Leibes brichst herfür

Da du aller Sorge loß Die dich in der Welt umschloß Aller Bande frey solt gehen Wo viel tausend Engel stehen.

Zwar die matten Glieder klagen Daß du sie verlassen wilt Und dein Auge sieht mit Zagen Das verhaßte Todes-Bild

Was dir Blutt und Mutt verband Nezt mit Thränen deine Hand Was gesündigt muß der Sünden Bittern Sold den Tod empfinden.

Warum aber wilt du scheuen Einen Christlich-sanfften Tod? Solte dich der Wechsel reuen Der dich selig führt zu Gott

Der dich aus der trüben Welt Bringt zum lichten Himmels-Zelt Der was sterblich war begräbet Aber dich zu Gott erhebet.

Muß der todte Cörper liegen Und im Grabe ruhen aus Dich kan unterdeß vergnügen Das beflammte Sternen-Hauß

Der verschmachten Glieder Last Und was du verlassen hast Wirstu wenn die Welt muß schwinden Neu und besser wieder finden.

Höre deinen Heyland ruffen: Komm du auserkohrne Braut Meine Wohnung steht dir offen Wo man nichts als Freude schaut

Sulamithin komm herzu Und genüß der stoltzen Ruh Komm genüß der süssen Freuden Die ich sterbend dir bescheiden.

Meiner Unschuld weisse Seide Meines Bluttes Purpur-Rock Dienet dir zum Ehren-Kleide Wird dein theurer Hochzeit-Schmuck.

Dich hab ich mir auserwählt In Gerechtigkeit vermählt Weil man Ewig Ewig nennet Bleibstu von mir ungetrennet.

Wiltu nicht mit Freuden gehen Wenn dich Jesus nach sich zieht Wiltu länger stille stehen Wo dir dein Verderben blüht

Wiltu bleiben wo die Welt So viel falscher Stricke stellt Wo dich zwischen Eiß und Eisen Thränen-Brod und Galle speisen?

Auff erhebe deine Flügel Die der Erde kleben an Suche dir die Sternen-Hügel Wie dein Heyland weist die Bahn.

Laß das Sodom dieser Zeit Laß den Leib der Sterbligkeit Fleuch wo sich zu deinen Füssen Sonn und Monde neigen müssen!

Freu dich nun bekränckte Seele Die gewünschte Zeit ist hier Da du aus der finstern Höle Deines Leibes brichst herfür:

Deine Augen schliessen sich Und der Himmel fasset dich: Ihr Grab soll die Schoß der Erden Jesus Arm das deine werden.

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