Flora saß auff ihrem Throne
Bey ihr sah man die Napeen
Unter tausend Blumen stehen;
Loß und Glücke solten weisen
Welch am meisten sey zu preisen:
Was geschach? Die weisse Bohne
Ward der Anemone.
Flora rieff mit hellem Thone:
Manche spürt man übel riechen
Ob sie schön: die Veyeln kriechen
Rosen stechen Liljen färben
Nelcken welcken Tulpen sterben:
Drum für aller Blumen Crone
Gilt mir Anemone.
Nord-Wind wenn du mir zu Hohne
Mit verneutem Winter dräuest
Schnee und Hagel um dich streuest
Will ich zwar gedultig lassen
Manche weiche Blum' erblassen
Aber diß beding' ich schone
Meiner Anemone.
Venus mit dem zarten Sohne
Kam in Garten Blumen brechen
Hörte diese Worte sprechen
Sagte daß Sylvanders Treue
Bald die schönste Blum erfreue?
Geh und krön' ihn Kind zu Lohne
Mit der Anemone.
Amor war bereit zur Frohne
Flochte für den treuen Hirten
Anemon auff grüne Myrthen:
Dieser sang mit tausend Freuden:
Weil ich werde Lämmer weyden
Wo ich treibe wo ich wohne
Blüh' mir Anemone!