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1672

Eines Englischen Hundes

Hans Aßmann von Abschatz

Mein Leser unter diesem Steine Ruht Rodomonds Gebeine Der in der Blütte seiner Jahr Ein Ausbund schöner Hunde war

Der sich als einen Held in Kampff und Streit erwiesen Und wegen seiner Treu vor andern wird gepriesen. Der unter tausend klugen Hunden Verständig ward erfunden.

Der ihm durch ungemeine Kunst Verdient des Herren gutte Gunst Der Freunde Lieb und Hold der Feinde Furcht und Schrecken Das nach dem Tode noch sein Nahme kan erwecken.

Zwar hat das Ende seinem Leben Ein schwerer Tod gegeben Doch siel er als ein kühner Held Von keiner schnöden Hand gefällt.

Er kan die Kranckheit nicht sie ihn nicht überwinden Ihn muß ein heißes Bley auff grüner Au entbinden. Der Schiffer fürcht sich nicht in Wellen Sein Grabmahl zu bestellen.

Der Bergmann zieht dem Tode nach In Pluto finstres Schlaff-Gemach: Ein Held wird ihm sein Grab mit Blutte lieber färben Als auff gemeine Weis' in siechen Lager sterben.

Muß gleich der Leib im Tode büssen Den Staub der Bayre küssen So bleibt doch der bekandte Ruhm Sein unvergänglich Eigenthum.

Es schreibt sein hohes Lob bey Phöbus Wagen-Räder Mit Diamanten an gelehrter Leute Feder. Du dem sich im fürüber-reisen Diß schlechte Grab wird weisen.

Spreit über dieses Todten-Hauß Mit vollen Händen Blumen aus Und wo noch Rodomund so viel ist werh gewesen Bemüh dich beygefügt sein Testament zu lesen.

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