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[Du angenehmer Häyn voll stiller Einsamkeiten]

Hans Aßmann von Abschatz

Du angenehmer Häyn voll stiller Einsamkeiten Wie süß und lieblich bist du mir! Was mein betrübter Mund verschweigen muß bey Leuten Das bringt er ohne Scheu den stummen Bäumen für.

Ein andrer sey bemüht zu bergen seine Plagen Verschliesse schweigend seine Zeit; Ich werde dir hinfort mit heller Stimme sagen Was meinen Geist versenckt in schweres Hertzeleid.

Die Kinder leichter Lufft so um die Bäume stecken Wenn ich beginn ein Trauer-Lied Verändern ihren Schall alsbald auff deinen Hecken Seyn zu beklagen mich durch gleichen Thon bemüht.

Der heisre Widerhall in deinen Wüsteneyen Verdoppelt seinen Leid-Gesang Nicht daß er seine Lieb und Schmertzen will beschreyen Nur daß er meine Klag und Seufftzer mache lang.

Die Bäche welche sonst in ihrer Ordnung fliessen Durch das begrünte Blumen-Feld Die sieht man von sich selbst die Wiesen übergiessen Als wären sie von mir mit Thränen auffgeschwellt.

Der Eichen fester Stamm die Last der harten Steine Bewegt durch meine Pein und Qual Zerreist in Stück und springt in Drümmer wenn ich weine Zum Zeichen daß sie mich beklagen allzumahl.

Drum angenehmer Wald du Trotz der rauhen Winde Wie süß und lieblich bist du mir! Dieweil ich überall bey dir Erbarmen finde So leg ich iederzeit mein Seufftzen ab bey dir.

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