Ein Knabe der nun Fuß und Zunge brauchen kan
Hebt gerne Kinderspiel mit seines gleichen an
Zürnt und versöhnt sich leicht ist wandelbarer Sinnen
Wünscht alle Stunden ihm was neues zu beginnen.
Ein Jüngling ohne Barth in Freyheit nun gestellt
Hat Hund und Pferde lieb streicht durch das freye Feld
Zum Bösen weich als Wachs zum Straffen hart als Stahl
Geneigt zum Geld-verthun thut langsam gutte Wahl;
Will leichtlich oben aus ist voll Begier und Lust
Es wechseln Lieb und Haß gar bald in seiner Brust.
Bey nunmehr reiffem Mann ist alles umgewandt
Er sucht durch Geld und Freund zu bessern seinen Stand
Strebt Ruhm und Ehren nach vermeidet zu begehn
Woraus ihm späte Reu und Schande kan entstehn.
Viel Ungelegenheit sieht man beym Alter blühn;
Es scharrt und will ihm doch selbst den Genüß Gebrauch entziehn
Greifft alles furchtsam an und rechnet annoch weit
Ist träge voll Verdruß schiebt gern auff längre Zeit
Lobt seiner Jugend Thun und tadelt andrer Leben
Pflegt Jüngern Jungen gern Verweiß auch unersucht zu geben.