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1646–1699

Die Verliebte und Betrübte.

Hans Aßmann von Abschatz

Betrübte Nacht in der mich Furcht und Schrecken Ohn Unterlaß von meiner Ruhe wecken Wenn kömmt ein mahl die lange Mitternacht Die meiner Pein ein endlich Ende macht?

Du gehst vorbey mein Leyden bleibt zu rücke Die Stunden fliehn doch nicht mein Ungelücke. Dein kühler Thau erfrischt den trocknen Klee Mich überschwemmt der Thränen heisse See.

Es ruht die Welt in sanfften Schlaff gewieget Wenn meine Seel in tausend Aengsten lieget Ich werffe mich mit Seuffzen hin und her Das leichte Bett ist mir als Bley zu schwer.

Die stille Glutt durchkocht die dürre Seele Das Hertze brennt wie Etnens Schwefel-Höle Mein Wange zeigt der rothen Flamme Schein Wird aber bald voll bleicher Asche seyn.

Kein schwerer Traum darff mich bekümmert machen Ich habe Qual genung bey hellem Wachen. Mein Leben ist ein Traum und Gauckel-Spil Damit mich Glück und Zeit bethören will.

Komm blasser Mond und leuchte mir zu Grabe: Da ich forthin die beste Ruhstatt habe. Erreich’ ich gleich des jungen Tages Licht So überleb’ ich doch die Sonne nicht.

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