Betrübte Nacht in der mich Furcht und Schrecken
Ohn Unterlaß von meiner Ruhe wecken
Wenn kömmt ein mahl die lange Mitternacht
Die meiner Pein ein endlich Ende macht?
Du gehst vorbey mein Leyden bleibt zu rücke
Die Stunden fliehn doch nicht mein Ungelücke.
Dein kühler Thau erfrischt den trocknen Klee
Mich überschwemmt der Thränen heisse See.
Es ruht die Welt in sanfften Schlaff gewieget
Wenn meine Seel in tausend Aengsten lieget
Ich werffe mich mit Seuffzen hin und her
Das leichte Bett ist mir als Bley zu schwer.
Die stille Glutt durchkocht die dürre Seele
Das Hertze brennt wie Etnens Schwefel-Höle
Mein Wange zeigt der rothen Flamme Schein
Wird aber bald voll bleicher Asche seyn.
Kein schwerer Traum darff mich bekümmert machen
Ich habe Qual genung bey hellem Wachen.
Mein Leben ist ein Traum und Gauckel-Spil
Damit mich Glück und Zeit bethören will.
Komm blasser Mond und leuchte mir zu Grabe
Da ich forthin die beste Ruhstatt habe.
Erreich' ich gleich des jungen Tages Licht
So überleb' ich doch die Sonne nicht.