Man nimmt die letzten Wort' in Acht
Die unsre Freunde vorgebracht
Wer wolte das nicht fassen
Was Jesus der uns selig macht
Am Creutz hat hinterlassen.
Erst Jesus zu dem Vater spricht:
Räch an dem blinden Volcke nicht
Was sie an mir verüben
So ist er biß das Leben bricht
Der Feinde Freund geblieben.
Des Herren ander Wort erfreut
Den Schächer der mit Reu und Leid
Der Sünden war umgeben:
Ich sage dir du wirst noch heut
Im Himmel mit mir leben.
Der Herr stellt der bedrängten Schaar
Sein sorgend Vater-Hertze dar
Läst ihnen Schutz und Segen
Nimmt der betrübten Mutter wahr
Heist ihr den Jünger pflegen.
Ihn dürstet nach der Menschen Heyl
Ihn dürstet weil des Höchsten Pfeil
Der Glieder Safft verkreischet;
Ach dencke daß er auch ein Theil
Buß-Thränen von dir heischet!
Merck auff o Hertz und dencke nach
Warum er zu dem Vater sprach:
Wie hast du mich verlassen.
So schwer ists was der Mensch verbrach
Auff seine Schultern fassen!
Es ist vollbracht die Schrifft erfüllt
Die Schuld bezahlt der Zorn gestillt
Hört man den Heyland ruffen.
Diß Wort draus Trost und Leben quillt
Hält uns den Himmel offen!
O Vater meinen matten Geist
Der sich nunmehr vom Leibe reist
Befehl ich deinen Händen!
Wer so versorgt das Leben schleust
Kan seliglich vollenden.
Ach Worte voller Lebens-Safft!
Bin ich mit Sorg und Angst behafft
Erschreckt mich Tod und Sünde
So hilff daß ich derselben Krafft
O Jesu stets empfinde.