Skip to content
1646–1699

Die Sieben Wochen.

Hans Aßmann von Abschatz

Sieben Wochen sind nun hin Seit ich Cloris von dir bin; Sieben Monat sieben Jahre Bin ich näher meiner Bahre

Weil ich liebste Schäfferin Sieben Wochen von dir bin. Schiffbruch leyd ich in dem Port Weil der Hoffnung Ancker fort

Wenn gleich linde Westen spielen Muß ich Sturm und Nord-Wind fühlen Weil ich liebste Schäfferin Von dir abgesondert bin.

Wie muß Licht und Sonnenschein Finsterniß und Schatten seyn Weil die hellen Angel-Sternen Deiner Augen sich entfernen

Und ich liebste Schäfferin Von dir abgesondert bin. Aus dem Tage wird mir Nacht Aus der Nacht ein Tag gemacht

Denn ich mich bey Nacht und Tage Mit Verdruß und Wachen plage Seit ich liebste Schäfferin Von dir abgesondert bin.

Die betrübte Seele denckt Jede Stunde sey verlängt Phöbus lasse seinen Wagen Später um die Erde tragen

Seit ich liebste Schäfferin Von dir abgesondert bin. Da wo ich nicht finde dich Kan sonst nichts ergötzen mich

Wo viel andre freudig schertzen Da vermehr ich meine Schmertzen Weil ich liebste Schäfferin Von dir abgesondert bin.

Mein Vergnügen meine Freud Ist allein die Einsamkeit Da ich dir durch Amors Hände Tausend Küß’ und Seuffzer sende

Die ich dir o Schäfferin Biß zum Grabe schuldig bin.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die Sieben Wochen. · Hans Aßmann von Abschatz · Poetry Cove