Des Monden tunckel-bleiches Licht
Weist sein ersterbend Angesicht
Auff des gestirnten Himmels Auen.
Ich sehe bey der braunen Nacht
Der muntern Sternen treue Wacht
Als Zeugen meine Schmertzen schauen.
Du liegst mein Kind in stiller Ruh
Schliest unbesorgt die Augen zu
Und speisest dich mit süssen Träumen;
Ich muß wenn Mitternacht dahin
Wie müd’ an Leib und Geist ich bin
Das harte Lager wieder räumen.
Ich muß wenn Regen Schnee und Wind
Wenn Sturm und Frost ergrimmet sind
In Felsen Berg und Wäldern reisen
Mit Mangel auch im Uberfluß
Mit Schweigen Seuffzen und Verdruß
Mein Kummervolles Hertze speisen.
Doch dieses gieng’ als Zucker ein
Könt ich mein Engel bey dir seyn
Und deiner Gegenwart genüssen
Wenn deiner hellen Sonnen Licht
Dein Himmelscheinend Angesicht
Ein Leit-Stern wäre meinen Füssen.
Ich wolte lustig dahin gehn
Wo Phöbus pfleget auffzustehn
Und wo er wieder geht zu Bette
Wo kalter Länder lange Nacht
Den Tag von zweyen Stunden macht
Wenn ich dich zur Gefertin hätte.
Ach aber! Ach! ich such umsunst
Bey Glück und Himmel solche Gunst
Die mir allein die Hoffnung lassen
Daß mir vielleicht die Zeit vergünnt
Dich wieder einmahl liebstes Kind
Mit frohen Armen zu umfassen.
Inmittelst soll Beständigkeit
In das Register grauer Zeit
Mit Stahl und Diamanten schreiben
Daß dir Celinde süsses Kind
Weil ihm die Augen offen sind
Silvander wird gewogen bleiben.