Betrübte Nacht in der mich Lieb' und Schrecken
Ohn Unterlaß von meiner Ruh erwecken
Wenn kömmt einmahl die angenehme Nacht
Die meiner Pein ein frölich Ende macht?
Du gehst dahin nicht aber mein Betrüben
Der Morgen kömmt nicht aber mein Belieben:
Dein frischer Thau erquickt das dürre Land;
Wer kühlet mir den ungelöschten Brand?
Der Sterne Glantz erleuchtet deinen Schaten
Und lehret dich der heissen Sonn entrathen;
Wer tröstet mich wenn dieses Auge weint
Daß ihm kein Stern und keine Sonne scheint?
Philander ruht in süssen Schlaff gewieget
Wenn Einsamkeit in meinen Armen lieget:
Die leichte Last der Federn ist zu schwer
Ich wende mich vergebens hin und her.
Endimion kan mit Dianens Küssen
Den Uberdruß der langen Nacht versüssen:
Mein Hunger wächst durch fremden Uberfluß:
Ach hätt ich nur für tausend einen Kuß!
Der stille Brand verzehret mein Geblütte
Mein Hertze raucht wie Bajens Schwefel-Hütte
Die Geister sind bey mir umsonst bemüht
An der man selbst nur dürren Schatten sieht.
Komm Sonne komm und bringe deinen Morgen
Komm früher Tag du Trost verliebter Sorgen
Und laß mich den den ich verlange sehn
Sonst ists um mich für Abends noch geschehn.