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Die Einsame und Verliebte

Hans Aßmann von Abschatz

Betrübte Nacht in der mich Lieb' und Schrecken Ohn Unterlaß von meiner Ruh erwecken Wenn kömmt einmahl die angenehme Nacht Die meiner Pein ein frölich Ende macht?

Du gehst dahin nicht aber mein Betrüben Der Morgen kömmt nicht aber mein Belieben: Dein frischer Thau erquickt das dürre Land; Wer kühlet mir den ungelöschten Brand?

Der Sterne Glantz erleuchtet deinen Schaten Und lehret dich der heissen Sonn entrathen; Wer tröstet mich wenn dieses Auge weint Daß ihm kein Stern und keine Sonne scheint?

Philander ruht in süssen Schlaff gewieget Wenn Einsamkeit in meinen Armen lieget; Die leichte Last der Federn ist zu schwer Ich wende mich vergebens hin und her.

Endimion kan mit Dianens Küssen Den Uberdruß der langen Nacht versüssen: Mein Hunger wächst durch fremden Uberfluß: Ach hätt ich nur für tausend einen Kuß!

Der stille Brand verzehret mein Geblütte Mein Hertze raucht wie Bajens Schwefel-Hütte Die Geister sind bey mir umsonst bemüht An der man selbst nur dürren Schatten sieht.

Komm Sonne komm und bringe deinen Morgen Komm früher Tag du Trost verliebter Sorgen Und laß mich den den ich verlange sehn Sonst ists um mich für Abends noch geschehn.

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