Skip to content
1672

Die doppelten Sieben Wochen

Hans Aßmann von Abschatz

Sieben Wochen sind nun hin Seit ich Cloris von dir bin Und noch einmahl sieben Wochen Hat sich Sonn und Mond verkrochen

Seit ich liebste Schäfferin Von dir abgeschieden bin. Ich bin nimmer ähnlich mir Seit ich Cloris bin von dir:

Meine vormahls rothe Wangen Hält des Todes Farb' umfangen Und der Lippen Glantz stirbt hin Seit ich Cloris von dir bin.

Meiner tuncklen Augen Licht Siehet seine Sonne nicht Ist in trüber Nächte Schaten Bey dem Tage selbst gerathen

Bringet sich mit Weinen hin Weil ich Cloris von dir bin. Thränen sind die bittre Kost Klagen nähret meine Brust

Ist bey der verhaßten Reise Meiner krancken Sinnen Speise Seit ich liebste Schäfferin Von dir abgesondert bin.

Wenn die frühe Sonn auffsteht Und aus Thetis Armen geht Siehet sie mich meine Plagen Der erwachten Erde klagen.

Weil ich liebste Schäfferin Von dir abgesondert bin. Wenn Apollo sich verkricht Weichen meine Schmertzen nicht:

Auff den Dornen weicher Bette Wach ich mit der Nacht die Wette Denck ohn Unterlaß dahin Wo ich war und nimmer bin.

Sieben- und noch sieben mahl Mehrt sich täglich meine Qual Welche wo ichs kan erleben Mir nicht eher Frist wird geben

Biß ich liebste Schäfferin Einsten wieder bey dir bin.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die doppelten Sieben Wochen · Hans Aßmann von Abschatz · Poetry Cove