Sieben Wochen sind nun hin
Seit ich Cloris von dir bin
Und noch einmahl sieben Wochen
Hat sich Sonn und Mond verkrochen
Seit ich liebste Schäfferin
Von dir abgeschieden bin.
Ich bin nimmer ähnlich mir
Seit ich Cloris bin von dir:
Meine vormahls rothe Wangen
Hält des Todes Farb' umfangen
Und der Lippen Glantz stirbt hin
Seit ich Cloris von dir bin.
Meiner tuncklen Augen Licht
Siehet seine Sonne nicht
Ist in trüber Nächte Schaten
Bey dem Tage selbst gerathen
Bringet sich mit Weinen hin
Weil ich Cloris von dir bin.
Thränen sind die bittre Kost
Klagen nähret meine Brust
Ist bey der verhaßten Reise
Meiner krancken Sinnen Speise
Seit ich liebste Schäfferin
Von dir abgesondert bin.
Wenn die frühe Sonn auffsteht
Und aus Thetis Armen geht
Siehet sie mich meine Plagen
Der erwachten Erde klagen.
Weil ich liebste Schäfferin
Von dir abgesondert bin.
Wenn Apollo sich verkricht
Weichen meine Schmertzen nicht:
Auff den Dornen weicher Bette
Wach ich mit der Nacht die Wette
Denck ohn Unterlaß dahin
Wo ich war und nimmer bin.
Sieben- und noch sieben mahl
Mehrt sich täglich meine Qual
Welche wo ichs kan erleben
Mir nicht eher Frist wird geben
Biß ich liebste Schäfferin
Einsten wieder bey dir bin.