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1646–1699

Des Portes.

Hans Aßmann von Abschatz

Nichts was des Himmels Zorn auff unsre Schultern legt Was unsre Zärtligkeit mit Furcht und Schrecken trägt icht Sorge Leyd und Qual nicht Kummer Angst und icht Armutt Streit und Haß nicht Brand noch Wassers-

icht Hitze Kält und Frost nicht Hunger Mord und Tod leicht sich an Grausamkeit dem schweren Joch der Ehe. esetze welches dient zum Hencker unsrer Lust urch dessen rauhen Zwang entsteht in unsrer Brust

erachtung Eyffer Neyd Verdruß und Widerwillen! efängnis welches Leib und Geist zugleich bestrickt ifft welches unsre Rast und Ruh zu Grabe schickt as zu vergleichen steht den bitter-süssen Pillen.

Man sagt als Jupiter Prometheus kühne That Zur Straff in vollem Grimm und Zorn gezogen hat Als sein verfluchter Leib den Vogeln ward zur Speise So habe sich noch nicht sein Eyffer abgekühlt;

Damit man nicht wie vor mit seiner Gottheit spielt Strafft er die arme Welt auff mehr denn eine Weise. Es wird ein Weib von ihm den Menschen zugeschickt Der Lieb- und Freundligkeit aus ihren Augen blickt.

Die Alabaster Hand trägt alles Ubels Saamen Gefüllet in ein Horn Furcht Feindschafft Traurigkeit Die Sorge samt dem Schmertz das Alter böse Zeit Und was man auff der Welt hat vor verhasste Nahmen.

Aus ihrer Stirne macht die Venus Helffenbein Apollo flösset ihr beliebte Reden ein Ihr Hertze stält Vulcan Mars giebet ihr zur Steuer Den kühn- und frechen Mutt den man noch heute schaut.

Der Mensch erkieset sie alsbald zu seiner Braut Wie wird doch ihm und uns die schnöde Wahl so theuer! Hiervon soll der Tyrann der Ehstand kommen her: Zu herrschen über uns ist einig sein Begehr

Die Freyheit seinen Feind kan er nicht um sich leiden: Sein Auge winckt es lacht der Mund uns lockt die Hand Den der zu nahe traut umfast ein solches Band Daß ihn der blasse Tod allein davon kan scheiden.

An seiner Seiten hält die Mühsamkeit die Wacht Der Fleiß die Arbeit giebt auff Thun und Wincken Acht. An der Trabanten statt pflegt um ihn her zu lauffen Neyd Eyffer nebst der Furcht die unbekannte Pein

(so schätzet sie der Wahn) Actäons Hirsch zu seyn Die späte Reue sieht man schlüssen diesen Hauffen. Die blasse Traurigkeit der Zorn verfolgen ihn Die Liebe wo er herrscht pflegt weiter fort zu ziehn

Die seiner Grausamkeit soll Deck und Larve geben. Denn sie von langer Zeit zu siegen abgericht Ihr eigen Ober-Herr kennt kein Gesetze nicht Läst keinen schnöden Zwang an ihrem Hofe leben.

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