Meine Seele danckt dem HErrn
Unter reiner Christen Kern
Wo die Frommen sich berathen
Groß sind unsers GOttes Thaten
Wer sie recht erwegen kan
Findet eitel Lust daran.
Was er ordnet was er thut
Das ist löblich das ist gutt
Herrlich und von grosser Stärcke
Sind des Allerhöchsten Wercke
Sein Recht und Gerechtigkeit
Bleiben über alle Zeit.
Er der HErr voll Gnad und Treu
Des Erbarmen immer neu
Hat uns seiner zu gedencken
Manche Wohlthat wollen schencken
Auch ein Denck-Mahl noch zu lezt
Seiner Wunder ausgesezt.
Ewig hält er seinen Bund
Speist der Frommen Geist und Mund
Giebt dem Volck das ihn will ehren
Sein gewaltig Thun zu hören
Schleust der fremden Heyden Hauß
Nicht von seiner Erbschafft aus.
Recht und Warheit übet GOtt
Drauff sich gründet sein Gebot
Treu und redlich soll mans treiben
Darum muß es ewig bleiben
Wenn sich Erd und Himmel regt
Steht sein Wort gantz unbewegt.
Er erlöset seine Schaar
Sein Versprechen bleibet wahr
Ewig blüh der Frommen Saamen
Hehr und herrlich ist sein Nahmen
Billich wird sein Preiß erhöht
Weiter als die Sonne geht.
Furcht des HErren kan allein
Rechter Weißheit Anfang seyn.
Gott gehorchen GOtt recht kennen
Muß man wahre Klugheit nennen
Wer diß lernt mit allem Fleiß
Dessen Lob kein Ende weiß.