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1646–1699

Der bestohlne Cupido.

Hans Aßmann von Abschatz

Es fand auff einen Tag das schöne Schäffer-Kind Das meinen freyen Sinn mit tausend Fässeln bindt Der Venus zarten Sohn ins grüne Graß gestreckt Mit Rosen Lilien und Nägeln überdeckt.

Er hatte Bogen Pfeil und Köcher weg gethan Hing seiner Ruhe nach; Schaut was Cordilla kan! Sie schleicht sich unvermerckt mit leisen Schritten hin Nimmt Pfeil und Bogen weg verwundet meinen Sinn

Und tausend andre noch; doch soll mir solche Pein Von ihrer schönen Hand gar lieb zu leiden seyn Wenn sie nur stille steht und nicht zu ihrer Flucht Auch seines Flügelwercks sich zu bedienen sucht.

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Der bestohlne Cupido. · Hans Aßmann von Abschatz · Poetry Cove