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1646–1699

Das beste Andencken.

Hans Aßmann von Abschatz

Was ist o Himmels-Fürst der Mensch die Hand voll Koth Daß du ihm unverdient so holde Liebe schenckest? Was treibt dich grosser GOTT Daß du so väterlich an Adams Erben denckest?

Auff Erden ruht dein Fuß im Himmel ist dein Thron Du bist der Heilige der Starcke der Gerechte Der Mensch ist spröder Thon Befleckt ohnmächtig kranck ein sündliches Geschlechte.

Doch hältstu über ihm genädig Aug’ und Hand Es wallet gegen ihm dein brennendes Gemütte Dein Sohn ist selbst das Pfand Der ungefärbten Huld ein Zeuge deiner Gütte.

Wie aber denckt o GOtt! der schnöde Mensch an dich Hier ist nur Undanck und Vergessenheit zu finden Erforsch ich selber mich So seh ich alle Spur der Danckbarkeit verschwinden.

Ich denck am meisten wie mirs zeitlich gehe wohl Und lasse hin und her zerstreute Sinnen wancken; Was ich bedencken soll Drauff richt ich offtermahls nur flüchtige Gedancken.

Ich bin mir wenig Lieb’ und Treu zu dir bewust Drum muß mich schwartze Reu’ und bange Furcht bekräncken Es kocht in meiner Brust Gehäuffter Sünden Schuld betrübtes Angedencken.

Ich leider! bins der dich o Heyland band und schlug Der dein geängstes Haubt mit Sünden-Dornen rizte Dir Holtz zum Creutze trug Und selbst für Hand und Fuß die scharffen Nägel spizte.

Ach HErr gedencke nicht die Schulden junger Zeit Roch wie ich war bedacht das Sünden-Maaß zu füllen Denck in Barmhertzigkeit Denckst du in Gnaden mein so bin ich wohl bedacht

Mein Frevel aber bleibt in Ewigkeit vergessen. Nun Erde gutte Nacht! Ich dencke nur an den des Liebe nicht zu messen.

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