Kommt Sterbliche die ihr die Gräber scheuet
Besucht mit mir was mich im Geist erfreuet
Und könt ihr nicht nach Palestina gehn
So bleibet hier in Andacht stille stehn.
Es prangt die Welt mit ausgeschmückten Zimmern
Hier blinckt Crystall und dort muß Silber schimmern
Der Herr der Welt den sie gestossen auß
Entlehnet ihm ein schlechtes Todten-Hauß.
Der Lebens-Fürst durch den wir alle leben
Läst sich verschmacht ins Grab zu ruhen heben:
Die Sonne die der Sonne gab den Schein
Senckt sich erblaßt in finstern Winckel ein.
Weil Adam must aus Schuld vom Garten scheiden
Fieng Christus auch im Garten an zu leyden.
Im Garten wird er nun zur Ruhe bracht
Weil diese Schuld ist wieder gutt gemacht.
Im Garten blüht die edle Sarons-Blume
Das Paradieß wird uns zum Eigenthume.
Den Saamen und die Zwiebel stecken wir
Doch bricht heraus die schönste Blüth herfür.
Du stille Grufft in harten Felß gehauen
Man wolte dir den Felß des Heyls vertrauen
Gleichwie ihn nicht mag halten deine Klufft
So öffnet er auch künfftig unsre Grufft.
Du dunckles Hauß in festen Stein gebauet
Wer ist dem noch für solcher Wohnung grauet?
Es hat dich ja der Glantz der Herrligkeit
Und unser Grab zugleich mit eingeweyht.
Es darff ihn nicht die Schaar der Wächter hütten
Ich will für mich derselben Stell erbitten
Ich will bey ihm mein Hertze schliessen ein
So werd ich auch mit ihm erwecket seyn.