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Besuchung des heiligen Grabes

Hans Aßmann von Abschatz

Kommt Sterbliche die ihr die Gräber scheuet Besucht mit mir was mich im Geist erfreuet Und könt ihr nicht nach Palestina gehn So bleibet hier in Andacht stille stehn.

Es prangt die Welt mit ausgeschmückten Zimmern Hier blinckt Crystall und dort muß Silber schimmern Der Herr der Welt den sie gestossen auß Entlehnet ihm ein schlechtes Todten-Hauß.

Der Lebens-Fürst durch den wir alle leben Läst sich verschmacht ins Grab zu ruhen heben: Die Sonne die der Sonne gab den Schein Senckt sich erblaßt in finstern Winckel ein.

Weil Adam must aus Schuld vom Garten scheiden Fieng Christus auch im Garten an zu leyden. Im Garten wird er nun zur Ruhe bracht Weil diese Schuld ist wieder gutt gemacht.

Im Garten blüht die edle Sarons-Blume Das Paradieß wird uns zum Eigenthume. Den Saamen und die Zwiebel stecken wir Doch bricht heraus die schönste Blüth herfür.

Du stille Grufft in harten Felß gehauen Man wolte dir den Felß des Heyls vertrauen Gleichwie ihn nicht mag halten deine Klufft So öffnet er auch künfftig unsre Grufft.

Du dunckles Hauß in festen Stein gebauet Wer ist dem noch für solcher Wohnung grauet? Es hat dich ja der Glantz der Herrligkeit Und unser Grab zugleich mit eingeweyht.

Es darff ihn nicht die Schaar der Wächter hütten Ich will für mich derselben Stell erbitten Ich will bey ihm mein Hertze schliessen ein So werd ich auch mit ihm erwecket seyn.

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