Ich rede nicht wie vor so frey
Mein Auge klebt der Erden an
Und findet sich mit Furcht herbey
Wo man dich Nimphe schauen kan;
Verbrochne Seufftzer und gestohlne Blicke
Sinds die ich dir mein Kind entgegen schicke.
Der strengen Auff sicht scharffe Wacht
Die Neyd und Eyfer um uns stellt
Nimmt ein iedweders Wort in acht
So uns von ungefähr entfällt
Heist unsre Unschuld stets in Sorgen stehen
Und zwischen Dorn und Eiß behutsam gehen.
Die schlimme Welt denckt Ich und Du
Müß ihr an Boßheit gleiche seyn
Dringt sich mit schälem Aug herzu
Greifft unsern keuschen Freuden ein
Und wolte gern was sie nicht kan genüssen
Auch andern ohne Schuld verboten wissen.
Zwar wehe thut der schwere Zwang
Zu dem man uns verbinden will;
Jedoch wird solcher Uberdrang
Auch haben sein gestecktes Ziel.
Der Tugend reines Kleid kan nichts beflecken;
Die Zeit wird unser Recht der Welt entdecken.
Der beste Rath ist hier Gedult:
Bleib’ mir beständig wie du bist
Ich lebe dir in stillem hold
So brechen wir der Feinde List.
Wenn Redligkeit sich kan zun Sternen heben
Muß der Verleumder Maul im Kothe kleben.