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[Amaranthens braune Wangen]

Hans Aßmann von Abschatz

Amaranthens braune Wangen Haben meinen Geist besiegt. Könt ich ihre Gunst erlangen Ach wie wär ich so vergnügt!

Neue Glutt fühl ich im Hertzen; Lieb ich nimmer ohne Schmertzen. Tugend-voll ist ihr Beginnen Daß man nichts zu klagen weiß

Als die allzuharten Sinnen Und das Hertze voller Eiß. Lieben und nicht Lieb erwerben Macht uns offt und nimmer sterben.

Reist sich gleich von ihrem Stricke Mein gefangnes Hertze frey Bringt sie doch mit einem Blicke Solches auff das neu herbey.

Wer kan für der Augen Blitzen Seiner Freyheit Recht beschützen? Ich gedachte mir zu leben Ohn der Liebe Joch zu seyn:

Was ich ihr nicht wolte geben Hat sie selbst genommen ein: Besser ist sich leicht entschlüssen Als gezwungen lieben müssen.

Man mag streiten man mag klagen Mag ihr kräfftig widerstehn: Niemand wird doch ihren Plagen Zu bestimmter Zeit entgehn.

Wer sich ihrer will befreyen Fängt offt erst recht an von neuen. Ich von kühner Lust getrieben Wolte wissen was die Zier

Schöner Augen kan verüben; Izo büß ich nun dafür. Wer weiß was er sich erkühnet Wenn er Nimphe dich bedienet?

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