Amaranthens braune Wangen
Haben meinen Geist besiegt.
Könt ich ihre Gunst erlangen
Ach wie wär ich so vergnügt!
Neue Glutt fühl ich im Hertzen;
Lieb ich nimmer ohne Schmertzen.
Tugend-voll ist ihr Beginnen
Daß man nichts zu klagen weiß
Als die allzuharten Sinnen
Und das Hertze voller Eiß.
Lieben und nicht Lieb erwerben
Macht uns offt und nimmer sterben.
Reist sich gleich von ihrem Stricke
Mein gefangnes Hertze frey
Bringt sie doch mit einem Blicke
Solches auff das neu herbey.
Wer kan für der Augen Blitzen
Seiner Freyheit Recht beschützen?
Ich gedachte mir zu leben
Ohn der Liebe Joch zu seyn:
Was ich ihr nicht wolte geben
Hat sie selbst genommen ein:
Besser ist sich leicht entschlüssen
Als gezwungen lieben müssen.
Man mag streiten man mag klagen
Mag ihr kräfftig widerstehn:
Niemand wird doch ihren Plagen
Zu bestimmter Zeit entgehn.
Wer sich ihrer will befreyen
Fängt offt erst recht an von neuen.
Ich von kühner Lust getrieben
Wolte wissen was die Zier
Schöner Augen kan verüben;
Izo büß ich nun dafür.
Wer weiß was er sich erkühnet
Wenn er Nimphe dich bedienet?