Die Sonne birgt nunmehr ihr angenehmes Licht Der Abend will die Welt der Arbeit überheben Es fordert meine Pflicht Dem Höchsten für den Schutz des Tages Danck zu geben.
Was mein Beruff erheischt ist wohl zu Ende bracht Leib und Vermögen sind noch frey von allem Schaden Ich kan mich mit der Nacht Ohn Unglück und Beschwer der Sorgen-Last entladen.
Viel leyder klagen sich verlezt durch Feind und Glutt Und andre fühlen sich bekränckt durch alle Glieder Durch GOttes Engel-Hutt Leg ich mich unversehrt zur sanfften Ruhe nieder.
Wie werd ich dir O GOtt dafür nun danckbar seyn? Mein schnödes Hertz ist voll von leeren Eitelkeiten: Stell ichs zum Opffer ein So kan ich solches doch nicht nach Gebühr bereiten.
Mein Auge scheuet sich den Himmel anzusehn Der Abend-Röthe Glantz beschämet meine Wangen Was diesen Tag geschehn Hat Straffe nur verdient (nicht Segen) zu erlangen.
Doch denck ich an die Nacht da JEsus mich vertrat Für deinem Richter-Stul in tuncklem Oelbergs-Schatten Was er da thät und bat Kömmt mir und aller Welt noch heilsamlich zu statten.
Die schwere Nacht verbirgt und decket meine Schuld Mein Heyland hat sie selbst gebüsset und begraben Erworben deine Huld Läst mich zu dir in Buß und Glauben Zutritt haben.
Drum klag ich mich zwar selbst mit Neue bey dir an Glaub aber auch durch dich Verzeihung zu erwerben Wenn meiner Hoffnung Kahn Den starcken Ancker fast so kan ich nicht verderben.
Ich dancke für die Gnad entwichner Tages-Zeit Und kan ich diese Nacht derselben auch genüssen Werd ich aus Schuldigkeit Dir neuen Morgen-Danck zu bringen seyn beflissen.
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